Der Pneumokoniosekomplex - Archives of Industrial Hygiene and Toxicology, Vol.13 No.2 June 1962.Report as inadecuate




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Archives of Industrial Hygiene and Toxicology, Vol.13 No.2 June 1962. -

Klinik und Funktionsdiagnostik sprechen mit Sicherheit dafür, dass die spezifischen Staubfibrosen nicht das Hauptproblem der Pneumokoniosen sind. Unkomplizierte Siliklosen sind symptomarm. Beschwerden, gesundheitlicher Abbau und Lungenfunktionsminderungen von Bergleuten und Staubarbeiten allgemein stehen in engeren Beziehungen zu den unspezifischen Staubreaktionen als zu den spezifischen. Von den ersteren sind am wichtigsten die asthmatischen Bronchitiden mit obstruktiven Emphysem. Zahlenmässig und klinisch liegt das Schwergewicht bei den unspezifischen Lungenreaktionen, die kausal nicht von der Silikose abhängen, sondern direkte Folgen des jahrelangen Staubreizes im Bereich der Bronchien sind. Bronchiektasen entwickeln sich nicht nur in Verbindung mit Silikose, sondern auch völlig unabhängig davon auf bronchitischer und emphysematöser Grundlage. Die Möglichkeit einer durch Staub provozierten Lungenatrophie über das physiologische Mass wird diskutiert. Eine kritische Analyse der »Staublungenkrankheit« unter Heranziehung funktionsdiagnostischer Methoden führt zu dem Schluss, dass die gesetzmässigen Lungenreaktionen vielseitig sind. Der Pneumokoniosekomplex umfasst die »spezifischen« und »unspezifischen« Lungenreaktionen auf den Staub. Erstere sind die echten Fibrosen Silikose, Asbestose, Aluminose usw., letztere umfassen die ungemein häufigen asthmatischen Bronchitiden mit obstruktivem Emphysem, Bronchiektasen, wahrscheinlich durch Staub provozierte Lungen-atrophien und sekundäre Herz- und Kreislaufschäden. Sämt1iche Teilfaktoren des Pneumokoniosekomplexes sind als direkte Staubwirkungen und damit als berufsbedingt anzusehen. Die asthmatische Emphysembronohitis der Bergleute ist ein echtes erworbenes physikalisch-irritatives Bronchialasthma und wird seit Jahrhunderten -Bergmannsasthma« genannt. Es sollte nicht mehr als anlagebedingt oder schicksalhaft angesehen, sondern als Berufskrankheit anerkannt werden. Damit wäre eine wirksame Prophylaxe gesichert wie bei der Silikose. In fortgeschrittenen Stadien versagen alle Therapeutica, was in gleicher Weise für Asthma und Silikose gilt.



Author: M. Carstens - ; Knappschafts-Krankenhaus, Recklinghausen

Source: http://hrcak.srce.hr/



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