Kreativität und SchlafReport as inadecuate




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Somnologie

, Volume 20, Issue 1, pp 8–15

First Online: 18 January 2016Received: 24 July 2015Accepted: 24 September 2015 Zusammenfassung

Kreativität gilt als eine der höchstgeschätzten kognitiven Eigenschaften und Motor der menschlichen Kultur. Über die psychologischen und neurobiologischen Grundlagen kreativer Leistungen ist noch immer vergleichsweise wenig bekannt – u. a. aufgrund der Tatsache, dass Originalität und Einzigartigkeit als essenzielle Merkmale von Kreativität sich einer systematischen Untersuchung zu entziehen scheinen. Historische Anekdoten, theoretische Überlegungen und vermehrt auch empirische Studien deuten darauf hin, dass auch Schlaf eine Rolle in der Entstehung kreativer Leistungen spielen könnte: Schlaf konsolidiert nicht nur neu erworbene Informationen, sondern reorganisiert auch bestehende Wissensstrukturen und fungiert damit als Inkubationsphase kreativer Ideen und origineller Problemlösungen. Kognitive und physiologische Modelle betrachten Zufallsprozesse, eine Abkehr von erfolglosen Problemlösungsversuchen, flache Assoziationshierarchien, defokussierte Aufmerksamkeit oder eine schwache bzw. fluktuierende präfrontalkortikale Aktivierung als wesentliche Mechanismen kreativer Leistungen. Es fällt auf, dass diese Merkmale auch im Schlaf, insbesondere im REM-Schlaf und in der Abfolge verschiedener Schlafstadien und Wachphasen über die nächtlichen Schlafzyklen hinweg, realisiert sind. Die systematische Erforschung der mit kreativer Inkubation verbundenen Reorganisation von Wissensstrukturen im Schlaf stellt mithin ein vielversprechendes und bislang zu wenig erforschtes Feld der kognitiven Neurowissenschaften dar.

SchlüsselwörterKreativität Einsicht Inkubation REM Gedächtnis Creativity and Sleep

Abstract

Creativity is one of the most valued cognitive traits and the driver of human culture. However, little is known about its psychological and neurobiological basis – partly because originality and uniqueness as essential characteristics of creativity are elusive topics when it comes to systematic research. Historical anecdotes, theoretical considerations and an increasing number of empirical studies suggest that sleep plays a role in the genesis of creative achievements: sleep does not only help to consolidate newly acquired information, but also to reorganize existing knowledge structures, and hence functions as an incubation phase for creative ideas and original problem solutions. Cognitive and physiological models consider random processes, a renunciation from unsuccessful problem solving attempts, flat associative hierarchies, defocused attention or low-fluctuating prefrontal cortical activity as essential mechanisms underlying creative achievements. Strikingly, these features are also realized during sleep, particularly during REM sleep and during the course of the nocturnal cycle of sleep stages. Systematic research on creative incubation processes which are realized in the reorganization of knowledge structures during sleep are a promising yet understudied field in cognitive neuroscience.

KeywordsCreativity Insight Incubation REM Memory  Download fulltext PDF



Author: Cynthia Marisch - Lisa Genzel - Axel Steiger - Martin Dresler

Source: https://link.springer.com/



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